Nicht nur in ländlichen Regionen mit antiken Fachwerkhäusern, auch in den allermeisten Städten sind zahlreiche Gebäude anzutreffen, die unter Denkmalschutz stehen. Ob Jugendstilvilla, Gründerzeitbau oder Mehrfamilienhaus mit künstlerischen Ornamenten – es gibt eine Vielzahl von Objekten, bei denen bauliche Maßnahmen bestimmten Restriktionen unterliegen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Photovoltaik-Anlage zuzulegen, sollte daher zunächst eingehend prüfen, ob sein Haus mit Auflagen des Denkmalschutzes belegt ist. Doch was passiert in einem solchen Fall? Sind Solarstrom-Anlagen auf besonders geschützten Gebäuden überhaupt möglich?

Eine Genehmigung für Photovoltaik-Anlagen ist fast immer unverzichtbar

Sollen an einem denkmalgeschützten Haus An- oder Umbauten vorgenommen werden gilt: Ohne behördliche Genehmigung geht zumeist gar nichts. Dies betrifft dabei nicht nur die Fassade oder (beispielsweise beim Fachwerkhaus) eine besonders dekorative Fensterfront, sondern umfasst in aller Regel das gesamte Gebäude. Insbesondere optisch sichtbare Veränderungen – zu denen zweifellos auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage gehört – bedürfen grundsätzlich immer der Zustimmung des Amtes für Denkmalschutz.

Da der Erlass entsprechender Rechtsverordnungen in der Bundesrepublik Deutschland Ländersache ist, existiert leider keine einheitliche Gesetzeslage. Gleichwohl kann aber davon ausgegangen werden, dass im Normalfall mindestens immer dann eine Genehmigung der Denkmalbehörde erforderlich wird, wenn folgende Aspekte vorliegen:

  • Die Bausubstanz oder das Erscheinungsbild eines als Denkmal eingeordneten Gebäudes wird verändert.
  • Es sind Veränderungen oder Neubauten in der unmittelbaren Umgebung eines Denkmals geplant.
  • Bei städtebaulichen Denkmälern verändert sich durch die Errichtung einer Solaranlage das Erscheinungsbild des Gesamt-Ensembles.

Immer dann, wenn die vorgenannten Bedingungen erfüllt sind, ist eine behördliche Genehmigung unumgänglich. Von eigenmächtigen Aufbauten ohne entsprechende Zustimmung muss dringend abgeraten werden!

Steht der Denkmalschutz über dem Umweltschutz oder umgekehrt?

Auf den ersten Blick scheinen die zumeist doch recht großen und mit hoher optischer Wirkung daherkommenden Photovoltaik-Module mit den Anforderungen eines historischen und denkmalrelevanten Erscheinungsbildes von schützenswerten Gebäuden kaum vereinbar zu sein. Zugleich kann aber festgehalten werden, dass sich die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf oder an Gebäuden von den klimapolitischen Vorgaben der Bundesregierung ableitet. Eine Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Gesamtenergieerzeugung ist somit ein immer wieder propagiertes und nachdrücklich gefordertes Ziel der Regierungsparteien. Daher muss der Gesetzgeber – will er diesen hohen Anforderungen wirklich gerecht werden – Mittel und Wege finden, die Erfordernisse des Umwelt- und Klimaschutzes mit denen der Denkmalpflege in Einklang zu bringen.

In der letzten Zeit ist aus diesem Grund ein gewisses Umdenken zu beobachten, wenn es um die Frage geht, ob der Denkmalschutz über dem Umweltschutz steht oder umgekehrt. Die höhere Sensibilität hinsichtlich der Maßnahmen gegen den Klimawandel schlagen sich so teilweise auch schon in der Genehmigungspraxis der Denkmalbehörden nieder; positive Bescheide für die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden sind längst keine Seltenheit mehr. Oft orientiert sich die Beurteilung des geplanten Eingriffs vielmehr an der Bedeutungskategorie des betroffenen Denkmals.

Den Einzelfall genau prüfen

Die Frage, wie sich die Sach- und Rechtslage im konkreten Einzelfall genau darstellt, kann nicht pauschal beantwortet werden. Da das Genehmigungsverfahren von Bundesland zu Bundesland anders gehandhabt wird und es nicht zuletzt immer auch einer exakten Einschätzung durch das zuständige Amt bedarf, können die oben beschriebenen Informationen nur grobe Anhaltspunkte sein. Lassen Sie sich als Besitzer eines denkmalgeschützten Hauses gleichwohl nicht entmutigen! Längst steigt die Zahl der Fälle, in denen trotz anfänglicher Vorbehalte letztlich doch eine Genehmigung erteilt wurde.

Sollten Sie Fragen haben oder Unterstützung bei der Vorbereitung eines entsprechenden Antrages benötigen, können Sie sich gern an uns wenden. Das Team von Elektro Plaggenborg steht Ihnen auf Wunsch mit Rat und Tat zur Seite.

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