Wer kein eigenes oder geeignetes Dach für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung hat, kann dank der Möglichkeit einer Bürgersolaranlage dennoch von der erneuerbaren Energie profitieren.

Bei einer Bürgersolaranlage handelt es sich um eine gemeinschaftlich betriebene Solaranlage, meist Photovoltaik, an der zahlreiche Eigentümer mit relativ kleinen Beträgen beteiligt sind. Die Anlagen sind meist auf angemieteten Dächern installiert, oft auf öffentlichen Gebäuden. Initiatoren solcher Anlagen sind zum Beispiel Bürgerinitiativen, Vereine oder Kommunen, die den Ausbau der Solarenergie fördern möchten.

Das Prinzip Bürgersolaranlage

Die Idee dahinter ist zum einen, die Finanzierung der neuen Photovoltaikanlage sicherzustellen. Auf der anderen Seite können so auch Bürger mit relativ kleinen Beträgen in Solarenergie investieren, die sich eine Anlage auf dem eigenen Hausdach nicht leisten können oder denen es an der geeigneten Fläche fehlt. Eine typische Mindesteinlage beträgt bei einer Bürgersolaranlage 500 Euro.

Der Ertrag durch die Einspeisevergütung der Bürgersolaranlage wird unter den Anteilseignern ausgeschüttet. Der Staat und somit jeder Steuerzahler kommt für die Einspeisevergütung auf. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit, unmittelbar davon zu profitieren. Über die Beteiligung an einer Bürgersolaranlage lässt sich dieses Ungleichgewicht für die benachteiligten Personen beseitigen.

Es existieren unterschiedliche Betreibermodelle. Grundsätzlich muss die Personengemeinschaft, die die Anlage betreibt, sich rechtlich abgesichert zusammenschließen. Das geht zum Beispiel als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), eingetragener Verein (e.V.), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Genossenschaft. Die Ausformulierung des Vertrages ist aus Haftungsgründen von entscheidender Bedeutung.

Vor- und Nachteile einer Bürgersolaranlage

Großer Vorteil einer Bürgersolaranlage ist neben der Möglichkeit, auch ohne eigenes Dach mit einer relativ geringen Investition an einer Photovoltaikanlage beteiligt zu sein, die langfristig hohe Investitionssicherheit für die Anleger. Weil die Einspeisevergütung über 20 Jahre festgeschrieben ist und die Erträge somit über diesen Zeitraum gesichert sind, kann die Wirtschaftlichkeit vorab gut abgeschätzt werden.

Die potentiell geringen Investitionskosten bringen auf der anderen Seite jedoch nicht nur Vorteile mit sich. Denn in einer Betreibergemeinschaft richtet sich die Stimmberechtigung meist nach dem Anteil, mit dem man sich beteiligt. Je geringer also die Investition, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Anleger in Entscheidungen von anderen überstimmt wird. Eine andere Schwierigkeit kann der hohe Verwaltungsaufwand sein. Vergleichbar einer Hauseigentümergemeinschaft fallen auch bei einer Bürgersolaranlage jährliche Abrechnungen, die Versicherung usw. an, was den Ertrag schmälert.

Fazit

Für Photovoltaikinteressierte, die nicht die finanziellen Mittel oder kein geeignetes Dach haben, um eine eigene Anlage anzuschaffen, kann sich die Investition in einer Bürgersolaranlage lohnen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Betreibergemeinschaft sowie der zu erwartende Ertrag sollten jedoch vorab geklärt werden, damit es nicht zu bösen Überraschungen kommt.